Die Geschichte des Tees in Ostfriesland

Ostfriesland gilt heute als eines der Länder mit dem höchsten Teeverbrauch, nicht zuletzt wegen der eigenen ostfriesischen Mischungen, die sich weltweit einen Namen gemacht haben. Bereits 1753 begannen die Ostfriesen mit dem Import des Tees. Alsbald gehörte er zu den beliebtesten Getränken. Grund dafür war das verschmutzte Trinkwasser, denn in Ostfriesland waren bis ins 20. Jahrhundert hinein die Brunnen nur wenig gegen Verschmutzungen geschützt, das Wasser ungenießbar. Im Sommer gab es unzählige Krankheiten und schnell erkannte der Otto Buurmann, dass diese Krankheiten mit dem Trinkwasser zu tun hatten. Er begann, nur noch gekochtes Wasser zu trinken, dem er später Tee hinzugab, um den Geschmack zu verbessern. Schnell wurde das Getränk sehr beliebt, zumal man ihm nachsagte, Erkältungen vorbeugen zu können.

1753, als die erste Lieferung von Tee aus China ankam, enthielt das in Emden einlaufende Schiff 550.000 Pfund Tee. Der Alte Fritz wollte seinen Landsleuten das immer beliebter werdende Getränkt im Jahre 1777 verbieten. Es würde zu viel Tee getrunken, der aufgrund der hohen Mengen schädlich sei, so die Begründung. Außerdem sorge der extreme Genuss des aromatischen Getränks für Stunden voller Müßiggang. Doch die Ostfriesen wehrten sich gegen die Erlassung des Teeverbots, sie wollten sich ihr Getränk nicht nehmen lassen. Das Verbot ist nie in Kraft getreten.

Mittlerweile ist die Ostfriesische Teegesellschaft, kurz OTG, eines der größten Unternehmen, die Tee vertreiben. Gegründet zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Laurens Janssen vertrieb die Firma Tee, insbesondere spezielle ostfriesische Mischungen. Heute beschäftigt das Unternehmen mehr als 1.200 Mitarbeiter und vereint bekannte Marken wie „Milford“, „Messmer“ oder „Onno Behrends“ unter sich, um nur einige zu nennen.

Ursprünglich wurden lediglich ostfriesische Mischungen angeboten, doch als der Enkel des einstigen Gründers, Laurens Spethmann, das Geschäft übernahm, wollte er mehr. Er sah die Zukunft des Teevertriebs nicht mehr in Apotheken, sondern in Supermärkten. Er suchte nur noch den richtigen Namen, unter dem er seinen Tee verkaufen konnte. Bei einem Besuch seiner Freunde in Southhampton 1966 fuhr er durch das Örtchen Milford. Der Name gefiel ihm auf Anhieb, per Telegramm teilte er ihn seinen Anwälten mit und die neue Teemarke, die heute bekannter ist, als die meisten anderen Marken, war geboren.