Die Geschichte des Tees in Japan

Japan gehört zu den Ländern, in denen der Tee besonders hoch verehrt wird. Dies zeigt sich auch in dem bekannten japanischen Sprichwort „Er hat Tee in sich“. Mit diesem Satz werden vor allen Dingen die Menschen, die künstlerisch begabt sind, geehrt. Aber auch andere kreative und schöngeistige Menschen werden mit diesem Satz beschrieben. So sollen die Lebenskunst, die Reinheit, Gelassenheit und Einsicht geehrt werden.

Dabei kam der erste Tee erst im Jahre 801 n. Chr. nach Japan. Damals wurde er aus China geschmuggelt, die Schmuggler der Teesamen waren die Mönche Saicho und Kukai. Bereits im 15. Jahrhundert entstand der Begriff „Teeismus“ für die Teezeremonien, die sich in der vorhergehenden Zeit heraus gebildet haben. Das Tee trinken wurde regelrecht zelebriert, und das ist auch heute noch so. Durch das Trinken von Tee sollten nach der Ansicht der Japaner die Zustände der Reinheit, der Ehrfurcht, Stille und Harmonie erreicht werden. Nach wie vor gilt es, sich die Hände vor dem Tee trinken zu waschen. Damit soll symbolisiert werden, dass der Staub und die Hektik des Alltags nun hinter sich gelassen werden.

Die Zeremonie selbst entwickelte sich damals aus den Zen Klöstern heraus. Die Zen-Meister erkannten die Zubereitung des Tees als einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Erleuchtung an. Deshalb entschieden sie sich, genaue Zeremonien einzuführen, der so genannte „Teeweg“ entstand. Dieser wurde bereits frühzeitig vom Adel aufgenommen, der den „Teeweg“ für sehr modern hielt. Seinen Durchbruch schaffte er jedoch erst im 16. Jahrhundert, als Teezeremonien unter freiem Himmel von Toyotomi Hideyoshi, einem Shogun, abgehalten wurden.

Bei der Teezeremonie kam es auf klare und einfache Formen an. Diese zogen sich jedoch in ganz Japan immer weiter, so erkannte man sie in der Architektur wieder, ebenso wie in der Gartenkunst und dem Design von üblichen Gebrauchsgegenständen. Die Verehrung des aromatischen Getränks war nicht nur eine Religion, sondern eine Lebenskunst, so der Schriftsteller Okakuro Kakuzo, der 1906 ein „Buch vom Tee“ heraus brachte.

Alleine im 17. Jahrhundert wurde der Tee im Spitzenanbaugebiet Uji kultiviert. Bevor er nach Tokio transportiert werden konnte, mussten alle Straßen gründlich gereinigt werden. Der Transport fand in einer Urne statt, vor der die Menschen niederknieten.

Der Adel selbst nutzte also damals die strengen Teezeremonien, konnte aber genauso ausgelassene Festspiele zum Tee trinken veranstalten. Dabei wurden dann Instrumente gespielt, sie badeten zusammen und es gab so genannte Teewettspiele. Dabei war es die Aufgabe der Spieler, mehrere Teesorten zu probieren und zu erraten, um was für eine Sorte es sich handelte und wo diese angebaut wurde.