Die Geschichte des Tees in Deutschland

Auch in Deutschland hielt der Tee bereits im 16. Jahrhundert Einzug. Hierzulande wurde er jedoch weniger als Genuss-, sondern vielmehr als Heilmittel angesehen. Insbesondere gegen Magen- und Darmprobleme sollte der Tee genossen werden. Es ergab sich allerdings die Schwierigkeit, dass der Tee als solcher noch sehr teuer war. Wenngleich er von den Holländern sehr preiswert in China eingekauft wurde, so wurde er im restlichen Europa recht teuer weiter verkauft. Zudem bestand eine lange Wartezeit, die durchaus bis zu acht Monaten betragen konnte.

Auch ward der Tee von vielen nicht gerne gesehen, da lediglich der grüne Tee importiert wurde. Dieser hatte jedoch einen ganz eigenen Duft und Geschmack, der die europäischen Gaumen nicht reizen konnte. Erst später, als die Engländer begannen, nur noch schwarzen Tee in ihren Kolonien anzubauen, konnten auch die Deutschen dem Tee mehr abgewinnen, da der Geschmack ihnen einfach deutlich besser gefiel.

Das Genussmittel wurde von Ärzten, wie dem Leibarzt des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelms, Dr. Cornelius Bontekoe besonders gelobt. Mehr als 100 Tassen des aromatischen Getränks sollten seiner Meinung am Tag genossen werden. Wenngleich dies wohl etwas übertrieben war, begann der Tee dennoch einen unvergleichlichen Siegeszug über die ganze Welt.

So wurden alsbald verschiedene „Teegeselligkeiten“ abgehalten. Die literarischen Treffen zum Tee fanden mit namhaften Dichtern, wie Johann Wolfgang von Goethe statt. Das Besondere dabei: Es handelte sich ausschließlich um ungezwungene Veranstaltungen, bei denen getanzt und gescherzt wurde, wo Vorträge gehalten und musiziert wurde.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es dann soweit, dass der Weltmarkt in Bewegung geriet. Der Tee wurde auch für die einfachen Bevölkerungsschichten erschwinglich. Der 5-Uhr-Tee kam in den 1930er Jahren stark in Mode. Hier konnten um 17 Uhr nachmittags in den namhaften Hotels Tee und Gebäck genossen werden. Dabei wurde fröhlich getanzt und sich unterhalten.

In den 1970er Jahren erhielt der Tee bei den Anhängern der „Öko-Szene“ ein weiteres Comeback. Er ward überall getrunken und ist seitdem ungebrochen in seiner Beliebtheit.